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Kartenzahlung Gebühren 2026, womit Betriebe je Zahlung rechnen müssen

Händler berechnet die Kosten der Kartenzahlung
Inhalt

Die Kartenzahlung Gebühren liegen bei veröffentlichten Standardtarifen Stand Oktober 2026 meist zwischen 0,69 und 1,5 Prozent je Zahlung, teils mit Fixbetrag oder Mindestentgelt. Wie viel Sie tatsächlich zahlen, hängt vom Gebührenmodell, von der Kartenart und von der Höhe Ihrer Bons ab. girocard und Debitkarten sind meist günstiger als Kreditkarten, Firmenkarten, American Express und Karten von außerhalb des EWR kosten oft deutlich mehr. Dieser Ratgeber erklärt, woraus sich die Gebühren zusammensetzen, welche Modelle die Anbieter nutzen und was eine einzelne Zahlung bei ihnen kostet.

Das Wichtigste in Kürze

Welche Gebühren fallen bei Kartenzahlung an

Bei jeder Kartenzahlung verdienen mehrere Beteiligte mit. Die Bank der Kundin erhält ein Interbankenentgelt, das Kartensystem wie girocard, Visa oder Mastercard ein Systementgelt, und Ihr Zahlungsdienstleister, der Acquirer, behält eine Marge. Für Sie werden diese Bestandteile meist zu einem Gesamtsatz gebündelt, der im Fachjargon Disagio heißt. Wer die Bestandteile einzeln sehen möchte, wählt ein Modell nach Interchange++.

Neben dem Satz je Zahlung können weitere Gebühren bei Kartenzahlung anfallen. Dazu gehören Fixbeträge oder Mindestentgelte je Zahlung, Monatsgebühren für ein Tarifabo, Terminalmiete, Gebühren für mobile Daten, Sofortauszahlung oder Rückbuchungen. Eine vollständige Liste aller Posten mit Gesamtkostenrechnung über die Vertragslaufzeit finden Sie im Ratgeber zu den Kosten der Kartenzahlung. Dieser Beitrag konzentriert sich auf die Gebühren je Zahlung.

Systementgelt

Geht an Visa, Mastercard oder girocard für Netz und Regeln, nicht gedeckelt.

Die Gebührenmodelle der Anbieter

Die Anbieter verpacken die Kosten in sehr unterschiedliche Tarife. Wer die Kartenzahlung Gebühren verschiedener Anbieter vergleichen will, muss zuerst das Modell verstehen, sonst vergleicht man einen niedrigen Werbesatz mit einem Komplettpreis. Die folgenden sieben Modelle decken den deutschen Markt Stand Oktober 2026 weitgehend ab.

ModellSo funktioniert esBeispiele laut PreisseitenPasst zu
Einheitssatz ohne GrundgebührEin Satz für alle Karten, keine FixkostenSumUp, flatpay, Zettle mit 1,39 %kleinen und schwankenden Umsätzen
Abo mit reduziertem SatzMonatsgebühr senkt den Satz für VerbraucherkartenSumUp mit 0,79 % für 19 €, myPOS mit 0,89 % für 19 € oder 0,79 % für 39 €mittleren Umsätzen ab einigen Tausend Euro
Satz je KartenartGetrennte Sätze für Debit, Kredit, FirmenkartenViva.com 0,85 % Debit und 1,69 % Kredithohem Anteil an girocard und Debit
Prozent plus FixbetragSatz plus fester Betrag oder Mindestentgelt je ZahlungStripe 1,4 % plus 0,10 €, PAYONE mindestens 0,15 €höheren Bons
Flatsatz mit TerminalmieteNiedriger Satz, dafür feste Miete und LaufzeitZahlungsWERK 0,69 % bei 12,50 € bis 17,95 € Mietestabilen, höheren Umsätzen
FixpreispaketMonatspauschale inklusive UmsatzkontingentVR Payment ab 19,90 € für 1.500 € Umsatzplanbaren Umsätzen
Interchange++Echte Kosten plus Marge, einzeln ausgewiesenAdyen mit 0,11 € Bearbeitungsgebühr plus Kostengroßem Volumen

Alle Angaben sind veröffentlichte Standardsätze, Stand Oktober 2026, ohne individuelle Rabatte und ohne Umsatzsteuer, soweit der Anbieter das so ausweist. Ob ein Abo sich rechnet, lässt sich leicht überschlagen. Bei SumUp spart Zahlungen Plus 0,6 Prozentpunkte auf EWR-Verbraucherkarten, 19 Euro Monatsgebühr sind also ab rund 3.170 Euro Umsatz mit solchen Karten wieder drin. Bei myPOS lohnt Plus gegenüber dem Tarif ohne Grundgebühr ab 4.750 Euro, Pro gegenüber Plus erst ab 20.000 Euro im Monat.

Transaktionsgebühren bei Kartenzahlung je Kartenart

Die Transaktionsgebühren der Kartenzahlung hängen stark davon ab, welche Karte Ihre Kundin vorhält. Grund ist die EU-Verordnung 2015/751, die Interchange Fee Regulation. Sie deckelt das Interbankenentgelt für Verbraucherkarten auf 0,2 Prozent bei Debit und 0,3 Prozent bei Kredit. Firmenkarten und Karten aus Drittstaaten sind nicht gedeckelt. American Express arbeitet als Drei-Parteien-System und legt eigene Entgelte fest.

KartenartRegulierungBeispiele veröffentlichter Sätze
girocardHändlerentgelt verhandelt, DebitkartePAYONE 0,89 %, POS Payment 0,2 % plus 0,09 €, Elavon 0,214 % plus 0,03 €
Debitkarten Visa und MastercardInterchange höchstens 0,2 %Viva.com 0,85 %, Elavon 0,59 %, CCV 0,06 € je Zahlung
Kreditkarten von VerbrauchernInterchange höchstens 0,3 %Viva.com 1,69 %, PAYONE 1,9 %, CCV 1,25 %
Firmenkartennicht gedeckeltViva.com 1,15 %, CCV 1,6 %, Mollie 2,90 %
American ExpressDrei-Parteien-SystemCCV 1,5 %, Mollie 2,10 %, Viva.com 2,75 %
Karten außerhalb des EWRnicht gedeckeltStripe 2,9 % plus 0,10 €, myPOS 2,69 %, Viva.com 0,40 % Aufschlag

Bei Einheitstarifen wie 1,39 Prozent zahlen Sie für alle Karten denselben Satz. Das ist einfach, aber bei vielen girocard-Zahlungen teurer als ein Tarif mit getrennten Sätzen. Die Angaben zu CCV, Elavon und POS Payment veröffentlichen die Anbieter ohne klare Angabe zur Umsatzsteuer, die Sätze von Elavon gelten im Programm Deutschland zahlt digital ab dem 13. Monat. Alle Stand Oktober 2026.

Gebühren für Kartenzahlung im Anbietervergleich

Die folgende Übersicht zeigt, was eine einzelne Zahlung von 10 Euro und von 100 Euro nach den veröffentlichten Sätzen kostet. So sehen Sie auf einen Blick, wie stark Fixbeträge und Mindestentgelte kleine Zahlungen verteuern. Monatsgebühren und Terminalmiete sind hier nicht enthalten, die Gesamtrechnung je Monat steht im Ratgeber Was Kartenzahlung Händler im Monat kostet.

Anbieter und TarifSatz laut PreisseiteZahlung 10 €Zahlung 100 €
PAYONE girocard0,89 %, mindestens 0,15 €0,15 €0,89 €
POS Payment girocard0,2 % plus 0,02 € plus 0,07 €0,11 €0,29 €
Stripe EWR-Karten1,4 % plus 0,10 €0,24 €1,50 €
SumUp ohne Abo1,39 %0,14 €1,39 €
SumUp Zahlungen Plus0,79 % EWR-Verbraucherkarten0,08 €0,79 €
Viva.com Debit0,85 %, mindestens 0,03 €0,09 €0,85 €
Viva.com Kredit1,69 %0,17 €1,69 €
ZahlungsWERK Terminal0,69 % alle Karten0,07 €0,69 €

Gerundet auf volle Cent, Stand Oktober 2026, ohne Umsatzsteuer, soweit angegeben. Die Reihenfolge ist alphabetisch und keine Wertung. Weitere Tarife mit Laufzeiten und Auszahlung finden Sie im Überblick aller Zahlungsanbieter.

Wie Bonhöhe und Fixbeträge die Gebühren verändern

Ein Fixbetrag wirkt auf den ersten Blick harmlos. Bei einem Bon von 5 Euro machen 0,10 Euro aber bereits 2 Prozent aus, zusammen mit 1,4 Prozent Satz zahlen Sie dann effektiv 3,4 Prozent. Bei einem Bon von 200 Euro fallen dieselben 0,10 Euro mit 0,05 Prozent kaum ins Gewicht. Ähnlich wirkt ein Mindestentgelt. PAYONE berechnet für girocard 0,89 Prozent, aber mindestens 0,15 Euro, bei allen Zahlungen unter knapp 17 Euro greift also das Minimum.

Für Bäckereien, Kioske und Cafés mit vielen kleinen Beträgen sind daher Tarife ohne Fixbetrag meist günstiger. Für Handwerk, Möbelhandel oder Praxen mit hohen Beträgen zählt dagegen vor allem der Prozentsatz. Rechnen Sie immer mit Ihrem echten Durchschnittsbon, nicht mit dem Werbebeispiel des Anbieters.

Ihr effektiver Satz

Teilen Sie die Gebühren eines Monats durch Ihren Kartenumsatz. Diese Zahl ist der einzige Wert, der Angebote fair vergleichbar macht.

Rechenbeispiele für Café und Boutique

Zwei typische Betriebe zeigen, wie unterschiedlich die Modelle wirken. Die Annahmen sind 80 Prozent girocard und Debit, 20 Prozent Kreditkarten und 10 Prozent Firmen-, Premium- oder Nicht-EWR-Karten, gerechnet mit den veröffentlichten Sätzen Stand Oktober 2026, ohne Terminal.

Café mit 6.000 Euro Kartenumsatz und 12 Euro Bon

Das sind 500 Zahlungen im Monat. Mit 1,39 Prozent Einheitssatz zahlt das Café 83,40 Euro. Mit SumUp Zahlungen Plus sind es inklusive 19 Euro Abo 70 Euro. Bei Viva.com mit getrennten Sätzen fallen 61,08 Euro an, bei ZahlungsWERK mit 0,69 Prozent und 12,50 Euro Miete 53,90 Euro. Mit 1,4 Prozent plus 0,10 Euro werden es 134 Euro, weil der Fixbetrag bei 500 Zahlungen allein 50 Euro ausmacht.

Boutique mit 25.000 Euro Kartenumsatz und 45 Euro Bon

Hier fallen rund 556 Zahlungen an. Der Einheitssatz kostet 347,50 Euro, SumUp Zahlungen Plus 231,50 Euro, Viva.com 254,50 Euro und ZahlungsWERK inklusive Miete 185 Euro. Mit Fixbetrag sind es 405,56 Euro. Weitere Betriebsprofile mit Kosten je Beleg zeigt der Ratgeber zu den Kosten der Kartenzahlung für Händler.

Gebühren für Ihren Betrieb berechnen

Geben Sie Kartenumsatz und Bonhöhe ein und sehen Sie in einer Minute, welches Gebührenmodell bei Ihnen am wenigsten kostet.

Gebühren an Kunden weitergeben, was erlaubt ist

Nach Paragraf 270a BGB dürfen Sie kein Entgelt für Zahlungen mit SEPA-Lastschrift, SEPA-Überweisung und Verbraucherkarten der Vier-Parteien-Systeme verlangen, also girocard, Visa und Mastercard. Firmenkarten und Drei-Parteien-Systeme wie American Express sind nicht erfasst. Aufschläge sind dort grundsätzlich möglich, aber unüblich und schwer vermittelbar. Mehr dazu im Beitrag zum Aufschlag bei Kartenzahlung.

Einen Mindestbetrag für Kartenzahlungen dürfen Sie derzeit festlegen, wenn Sie ihn gut sichtbar ausweisen. Die Eckpunkte von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil vom 11. September 2026 sehen allerdings vor, dass Betriebe vor Ort künftig mindestens eine digitale Bezahlart ohne Mindestbetrag und ohne Aufschlag anbieten sollen. Das ist ein Plan, ein Start ist frühestens 2027 vorgesehen. Den Stand verfolgt der Beitrag zur geplanten Pflicht zur Kartenzahlung.

Umsatzsteuer und Buchung der Gebühren

Gebühren für Kartenzahlung sind Betriebsausgaben. Ob auf den einzelnen Posten Umsatzsteuer anfällt, hängt von der Leistung ab. Viele Anbieter weisen ihre Sätze ohne Umsatzsteuer aus, Terminalmiete, Software und Hardware werden üblicherweise mit Umsatzsteuer berechnet. Achten Sie in Angeboten darauf, ob Preise netto oder brutto genannt sind, sonst vergleichen Sie ungleiche Zahlen. Details erklärt der Beitrag Kartenzahlung, Gebühren und Umsatzsteuer, verbindlich klärt das Ihre Steuerberatung.

Für die Buchhaltung ist wichtig, dass viele Anbieter die Gebühren direkt von der Auszahlung abziehen. Buchen Sie deshalb den vollen Umsatz als Erlös und die Gebühren getrennt als Aufwand, statt nur den Auszahlungsbetrag zu erfassen.

So senken Sie die Gebühren bei Kartenzahlung

Die größten Hebel bei den Kartenzahlung Gebühren liegen im passenden Modell, nicht im Feilschen um Hundertstel. Wer seinen Kartenmix und seine Bonhöhe kennt, findet schnell den Tarif mit dem niedrigsten effektiven Satz. Ab höheren Umsätzen lohnt sich die Verhandlung, SumUp nennt individuelle Tarife ab 10.000 Euro Monatsumsatz, Mollie und Unzer ab 100.000 Euro. Wann sich ein Wechsel lohnt, erklärt der Beitrag Zahlungsanbieter wechseln.

Komplett ohne Gebühren geht Kartenzahlung nicht, auch wenn manche Werbung das nahelegt. Was hinter solchen Angeboten steckt, zeigt der Ratgeber Kartenzahlung ohne Gebühren.

Häufige Fragen

Veröffentlichte Standardsätze liegen Stand Oktober 2026 meist zwischen 0,69 und 1,5 Prozent je Zahlung. Manche Anbieter berechnen zusätzlich einen Fixbetrag wie 0,10 Euro oder ein Mindestentgelt. Firmenkarten, American Express und Karten von außerhalb des EWR kosten oft 1,15 bis 2,9 Prozent.

Ein Satz je Zahlung, je nach Tarif ein Fixbetrag oder Mindestentgelt, eventuell eine Monatsgebühr oder Terminalmiete. Dazu können Gebühren für mobile Daten, Sofortauszahlung oder Rückbuchungen kommen. Eine vollständige Übersicht aller Posten zeigt der Ratgeber zu den Kosten der Kartenzahlung.

Transaktionskosten sind alle Entgelte, die je einzelner Zahlung anfallen, also Prozentsatz, Fixbetrag oder Mindestentgelt. Monatsgebühren und Terminalmiete gehören nicht dazu, sie fallen unabhängig von der Zahl der Zahlungen an.

Meist ja. Viele Anbieter haben für girocard und Debitkarten niedrigere Sätze, etwa PAYONE mit 0,89 Prozent gegenüber 1,9 Prozent für Kreditkarten. Bei Einheitstarifen zahlen Sie dagegen für alle Karten gleich viel.

Nicht als Aufschlag für Verbraucherkarten von girocard, Visa und Mastercard, das verbietet Paragraf 270a BGB. Bei Firmenkarten und American Express ist ein Aufschlag grundsätzlich möglich, aber unüblich. Sie können die Kosten in Ihre Preise einkalkulieren.

Die EU-Verordnung 2015/751 deckelt nur die Interbankenentgelte für Verbraucherkarten. Für Firmenkarten gelten höhere Entgelte, die viele Anbieter mit eigenen Sätzen weitergeben, etwa 1,15 Prozent bei Viva.com oder 1,6 Prozent bei CCV.

Wenn die Ersparnis beim Satz die Monatsgebühr übersteigt. Bei 0,6 Prozentpunkten Ersparnis und 19 Euro Gebühr ist das ab rund 3.170 Euro Umsatz mit begünstigten Karten der Fall. Rechnen Sie mit Ihrem echten Kartenmix.

Ja, Gebühren, Terminalmiete und Gerätekosten sind Betriebsausgaben. Ob Umsatzsteuer enthalten ist und wie Sie richtig buchen, klärt Ihre Steuerberatung.

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