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Virtuelles Terminal für Kartenzahlungen am Telefon

Ein virtuelles Terminal ist eine Eingabemaske im Browser oder in der App Ihres Zahlungsanbieters, über die Sie Kartenzahlungen ohne Kartenlesegerät erfassen. Nennt Ihnen ein Kunde am Telefon oder per Post Kartennummer, Ablaufdatum und Prüfziffer, tippen Sie die Daten ein und lösen die Zahlung aus. Fachleute sprechen von MOTO, kurz für Mail Order Telephone Order. Weil dabei keine starke Kundenauthentifizierung stattfindet, tragen Sie bei Betrug meist das Risiko, deshalb lohnt der Vergleich mit dem Zahlungslink.

Virtuelles Terminal für Kartenzahlungen am Telefon

Auf einen Blick

So läuft eine Zahlung am virtuellen Terminal

Sie melden sich im Händlerportal an, öffnen das virtuelle Terminal und geben Betrag, Kartennummer, Ablaufdatum und Prüfziffer ein. Der Zahlungsanbieter leitet die Daten zur Autorisierung an die Bank des Karteninhabers weiter, nach wenigen Sekunden erscheint das Ergebnis. Der Kunde erhält auf Wunsch eine Bestätigung per E-Mail, das Geld wird mit Ihren übrigen Kartenumsätzen ausgezahlt.

Im Browser

Keine Hardware und keine Installation, ein internetfähiges Gerät genügt.

Rechte im Team

Bei vielen Anbietern lassen sich Zugänge mit eingeschränkten Rechten für Mitarbeitende anlegen.

Virtuelles Terminal für Kartenzahlungen am Telefon im Einsatz

Haftung kennen, Risiko begrenzen

Die Europäische Bankenaufsicht hat klargestellt, dass Zahlungen, die per Post oder Telefon ausgelöst werden, außerhalb der Pflicht zur starken Kundenauthentifizierung liegen können. Das macht MOTO bequem, hat aber eine Kehrseite. Bestreitet der echte Karteninhaber die Zahlung, bucht seine Bank den Betrag in der Regel zurück, und weil keine Authentifizierung stattfand, bleibt der Schaden meist bei Ihnen.

Wie solche Fälle ablaufen, beschreibt der Ratgeber Rückbuchung und Chargeback. Für Neukunden und hohe Beträge ist ein Zahlungslink mit 3-D Secure meist die sicherere Wahl.

Stärken und Grenzen im Überblick

Passt gut, wenn

Weniger geeignet, wenn

Für welche Betriebe es sich eignet

Ein virtuelles Terminal passt zu Betrieben, die Bestellungen und Buchungen regelmäßig am Telefon annehmen.

Virtuelle Terminals ausgewählter Anbieter

Ausgewählte Geräte und Tarife laut Anbieterangaben, Stand Oktober 2026, Preise ohne Umsatzsteuer soweit angegeben. Reihenfolge alphabetisch, keine Wertung.

AnbieterLösungKosten laut AnbieterHinweis
myPOSmyPOS Virtual Terminalkeine Monatsgebühr für den Service, Transaktionsgebühr laut TarifMO/TO-Zugang nach Prüfung des Unternehmens
PAYONEPAYONE MOTO9,90 Euro im Monat, Transaktionsentgelte individuellzusätzlich PAYONE Link ab 19 Euro
REA CardREA VT1Preise nicht veröffentlichtergänzt Terminals und REA eCom
Stripemanuelle Kartenzahlung im Dashboardonline EWR-Standardkarten 1,5 Prozent plus 0,25 EuroMOTO laut Stripe nach Freigabe möglich
Viva.comVirtuelles Terminal2,19 Prozent plus 0,10 Euro für inländische und EWR-KartenPreise laut Anbieter seit 16. September 2026

Kreditkartenzahlung am Telefon annehmen, so gehen Sie vor

Wenn Sie Kartenzahlungen am Telefon annehmen, sollte der Ablauf feststehen und für alle Mitarbeitenden gleich sein. Die folgenden Schritte haben sich bewährt, ausführlich beschreibt sie der Ratgeber Kartenzahlung per Telefon.

Virtuelles Terminal oder Zahlungslink

Beide Wege funktionieren ohne Kartenlesegerät, unterscheiden sich aber bei Sicherheit und Haftung deutlich. Wie Sie einen Link in wenigen Schritten verschicken, zeigt der Ratgeber Zahlungslink erstellen.

MerkmalVirtuelles TerminalZahlungslink
Wer gibt die Daten einSie oder Ihr Teamder Kunde selbst
Authentifizierungkeine starke Kundenauthentifizierung3-D Secure oder Freigabe in der Bank-App
Risiko bei Betrugmeist beim Händlerin der Regel Haftungsverlagerung zur Bank des Karteninhabers
ZahlartenKredit- und Debitkartenje nach Anbieter auch Apple Pay, Google Pay, PayPal
Passt fürStammkunden ohne Smartphone, dringende Aufträgedie meisten Telefonbestellungen und Anzahlungen

PCI DSS und Datenschutz am virtuellen Terminal

Wer Kartendaten am Telefon entgegennimmt, fällt unter den Sicherheitsstandard PCI DSS. Für Händler, die Kartendaten von Hand in ein webbasiertes virtuelles Terminal eingeben, gibt es mit dem SAQ C-VT einen eigenen Selbstauskunftsbogen. Der wichtigste Grundsatz lautet, so wenige Kartendaten wie möglich zu sehen, zu hören und zu speichern. Die Prüfziffer darf nach der Autorisierung nicht gespeichert werden, auch nicht verschlüsselt, mehr dazu im Beitrag zur Prüfziffer CVC. Keine Zettel, keine Kartennummern in E-Mails und ein Arbeitsplatz, an dem Unbefugte nicht mithören, gehören zur Grundausstattung.

Darauf sollten Sie achten

Regeln festlegen

Legen Sie Betragsgrenzen fest, ab denen Neukunden statt am virtuellen Terminal per Zahlungslink zahlen. So nutzen Sie die Bequemlichkeit für Stammkunden und begrenzen das Betrugsrisiko bei unbekannten Anrufern.

Anbieter mit virtuellem Terminal finden

Geben Sie Ihren Bedarf im Preisrechner an und erhalten Sie passende Angebote, kostenlos und unverbindlich.

Häufige Fragen zu virtuellen Terminals

Ein virtuelles Terminal ist eine Eingabemaske im Händlerportal Ihres Zahlungsanbieters. Damit erfassen Sie Kartenzahlungen ohne Kartenlesegerät, indem Sie die Kartendaten des Kunden eintippen, etwa bei Bestellungen am Telefon oder per Post.

Sie brauchen einen Zahlungsanbieter, der MOTO für Ihr Geschäft freischaltet, und geben die Kartendaten direkt in das virtuelle Terminal ein. Alternativ schicken Sie dem Kunden während des Gesprächs einen Zahlungslink, den er selbst bezahlt.

Die Gebühren liegen meist auf dem Niveau der Onlinezahlungen. Viva.com nennt 2,19 Prozent plus 0,10 Euro, PAYONE berechnet für MOTO 9,90 Euro im Monat zuzüglich individueller Entgelte, myPOS verzichtet auf eine Monatsgebühr für den Service, jeweils Stand Oktober 2026.

In der Regel Sie als Händler. Weil keine starke Kundenauthentifizierung stattfindet, greift die Haftungsverlagerung auf die Bank des Karteninhabers nicht. Bestreitet der echte Karteninhaber die Zahlung, wird sie meist zurückgebucht.

Nein. Geben Sie die Daten direkt in das virtuelle Terminal ein. Die Prüfziffer darf nach der Autorisierung nach PCI DSS nicht gespeichert werden, auch nicht verschlüsselt, und Kartennummern gehören weder auf Zettel noch in E-Mails.

Eine reine girocard ohne Visa- oder Mastercard-Funktion eignet sich nicht für die manuelle Eingabe. Viele Bankkarten tragen heute zusätzlich Visa Debit oder Debit Mastercard, über diese Funktion kann die Zahlung dann laufen, wenn Ihr Anbieter sie akzeptiert.

Für die meisten Telefonbestellungen ist der Zahlungslink sicherer, weil der Kunde die Zahlung selbst bestätigt. Das virtuelle Terminal bleibt sinnvoll für bekannte Stammkunden ohne Smartphone und für dringende Aufträge.

Passend dazu

Transparenzhinweis

Angaben zu Lösungen und Preisen beruhen auf Anbieterangaben, Hinweisen der Europäischen Bankenaufsicht und des PCI Security Standards Council sowie öffentlich zugänglichen Quellen, Stand Oktober 2026, Preise ohne Umsatzsteuer soweit angegeben. Rechtliche Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung. Die Nennung eines Anbieters ist keine Empfehlung.