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EC Karte Gebühren für Händler, Händlerentgelt, Anbieter und Rechenbeispiele

Debitkarte wird in ein Kartenterminal gesteckt
Inhalt

EC Karte Gebühren zahlt bei einer Kartenzahlung nicht die Kundin, sondern der Händler, und zwar für die girocard, wie die frühere EC Karte heute heißt. Die Gebühr besteht aus dem Entgelt an die kartenausgebende Bank, dem Entgelt des Netzbetreibers und den Kosten für das Terminal. Stand Oktober 2026 liegen veröffentlichte Sätze zwischen rund 0,2 Prozent plus wenigen Cent bei klassischen Netzbetreibern und 1,39 Prozent bei Einheitstarifen. Laut Deutscher Bundesbank ist die girocard für den Einzelhandel das kostengünstigste unbare Zahlungsmittel. Dieser Ratgeber zeigt, wie sich die Kosten zusammensetzen, vergleicht Anbieter und rechnet typische Betriebe durch.

Das Wichtigste in Kürze

Was EC Karte Gebühren für Händler bedeuten

Die EC Karte gibt es unter diesem Namen seit vielen Jahren nicht mehr, im Alltag sagen trotzdem die meisten EC Karte. Gemeint ist die girocard, das Debitkartensystem der deutschen Banken und Sparkassen. Zahlt eine Kundin mit girocard, wird der Betrag direkt von ihrem Girokonto abgebucht. Die Bank garantiert die Zahlung mit der positiven Autorisierung, so steht es in den Händlerbedingungen des girocard-Systems.

Für diese Garantie und die Abwicklung zahlen Sie als Händler. Die Kundin zahlt nichts, Aufschläge für girocard-Zahlungen sind nach Paragraf 270a BGB verboten. Wenn Betriebe nach EC Karte Gebühren suchen, geht es also immer um die eigenen Kosten der Kartenakzeptanz. Wie eine girocard-Zahlung technisch abläuft, erklärt der Beitrag zur EC Kartenzahlung im Betrieb.

Aus welchen Teilen sich die Gebühr für EC Kartenzahlung zusammensetzt

Die girocard funktioniert anders als Visa und Mastercard. Laut den Händlerbedingungen schuldet der Händler oder ein von ihm Beauftragter der kartenausgebenden Bank das mit ihr vereinbarte Entgelt für Betrieb und Autorisierung. Diese Vereinbarung schließen in der Praxis fast immer Netzbetreiber oder Zahlungsdienstleister für viele Händler gemeinsam, weil kein kleiner Betrieb mit allen Banken und Sparkassen einzeln verhandeln kann.

BestandteilEmpfängerHöhe
Händlerentgelt für die AutorisierungKartenausgebende Bank oder Sparkassefrei verhandelbar, laut girocard höchstens 0,2 %
Netzbetrieb und TransaktionNetzbetreiber oder Zahlungsdienstleisteroft Centbetrag je Zahlung oder im Pauschalsatz enthalten
TerminalAnbieterKauf, Miete oder im Satz enthalten
NebenentgelteAnbieterzum Beispiel Service, Einrichtung, Belegrollen

Bis 2014 galt ein einheitliches Händlerentgelt von 0,3 Prozent des Umsatzes, mindestens 8 Cent. Nach einem Verfahren des Bundeskartellamts gaben die Banken diese Einheitlichkeit auf, seitdem wird das Entgelt individuell verhandelt. Große Ketten erhalten dadurch günstigere Konditionen, kleine Händler profitieren über Netzbetreiber, die Volumen bündeln. Ein Überblick über alle Kostenarten steht im Ratgeber zu den Gebühren der Kartenzahlung.

Girocard Gebühren für Händler im Anbietervergleich

Anbieter geben die girocard-Kosten auf zwei Arten weiter. Klassische Netzbetreiber und Acquirer weisen Händlerentgelt und Transaktionsentgelt getrennt aus, Komplettanbieter nennen einen Pauschalsatz. Die Tabelle zeigt veröffentlichte Standardsätze für die girocard, Stand Oktober 2026, ohne individuelle Rabatte und ohne Umsatzsteuer, soweit der Anbieter das so angibt.

Anbietergirocard laut AnbieterFixkostenLaufzeit
CCV0,06 € je Zahlung plus umsatzabhängige AnteileMiete ab 13,21 €24 bis 60 Monate
Elavon0,214 % plus 0,03 €, ab Monat 13 im ProgrammMiete 18 € oder 19,99 €36 Monate
PAYONE0,89 %, mindestens 0,15 €Terminalmiete24 Monate
POS Payment0,2 % plus 0,02 €, dazu 0,07 € TransaktionsgebührMiete 10,50 €monatlich kündbar
SumUp1,39 %, mit Abo 0,79 %0 € oder 19 €keine Bindung
Vert0,35 % am Clover Flex, ab Monat 13 im ProgrammMiete 19,99 €60 Monate
Viva.com0,85 %, mindestens 0,03 €0 € bis 19,99 €nicht veröffentlicht
VR Paymentim Fixpreispaket enthaltenab 19,90 € inklusive Terminal24 Monate oder monatlich
ZahlungsWERK0,69 %Miete ab 12,50 €36 Monate

Nicht jeder Anbieter nennt die girocard ausdrücklich. Bei Zettle und flatpay ist sie auf den Preisseiten nicht ausdrücklich genannt, Shopify Payments akzeptiert sie nur über das Co-Badge mit Visa oder Mastercard. Fragen Sie vor Vertragsschluss schriftlich nach, wenn viele Gäste mit girocard zahlen. Die Konditionen der Sparkassen erklärt der Beitrag Kartenzahlung bei der Sparkasse.

Was EC Kartenzahlung kostet, Rechenbeispiele

Die Beispiele gehen davon aus, dass alle Zahlungen mit girocard erfolgen. Grundlage sind die veröffentlichten Sätze aus der Tabelle, Stand Oktober 2026, Monatsmiete eingerechnet, ohne Umsatzsteuer und ohne einmalige Kosten.

Café mit 6.000 Euro Kartenumsatz und 12 Euro Bon

Bei 500 Zahlungen kostet ein Einheitssatz von 1,39 Prozent 83,40 Euro. Viva.com kommt mit 0,85 Prozent auf 51 Euro. ZahlungsWERK berechnet 41,40 Euro plus 12,50 Euro Miete, zusammen 53,90 Euro. Bei POS Payment fallen 12 Euro Umsatzanteil, 45 Euro Centbeträge und 10,50 Euro Miete an, also 67,50 Euro. Bei PAYONE greift wegen des kleinen Bons das Mindestentgelt von 0,15 Euro, das ergibt 75 Euro plus Miete. Elavon kostet ab dem 13. Programmmonat 12,84 Euro plus 15 Euro plus 18 Euro Miete, zusammen 45,84 Euro.

Boutique mit 25.000 Euro Kartenumsatz und 45 Euro Bon

Bei 556 Zahlungen kostet der Einheitssatz 347,50 Euro und Viva.com 212,50 Euro. ZahlungsWERK liegt bei 185 Euro. POS Payment kommt auf 50 Euro Umsatzanteil, 50,04 Euro Centbeträge und 10,50 Euro Miete, also 110,54 Euro. Elavon kostet 53,50 Euro plus 16,68 Euro plus 18 Euro Miete, zusammen 88,18 Euro. Vert berechnet am Clover Flex 87,50 Euro plus 19,99 Euro Miete, also 107,49 Euro.

Je höher Umsatz und Bon, desto stärker lohnen sich getrennt ausgewiesene girocard-Entgelte. Bei kleinen Umsätzen sind Tarife ohne Miete oft günstiger. Ihre eigenen Werte rechnen Sie im Preisrechner nach.

girocard-Kosten für Ihren Betrieb berechnen

Geben Sie Umsatz und Bonhöhe ein und sehen Sie, welcher veröffentlichte Tarif bei Ihnen am wenigsten kostet.

EC Karte Kosten im Vergleich zu Debit- und Kreditkarten

Die Deutsche Bundesbank hat in ihrer Ende 2025 veröffentlichten Studie Kosten von Zahlungsmitteln im Einzelhandel alle Kosten erfasst, also Gebühren, Personalzeit, Technik und Verwaltung. Danach ist die girocard mit durchschnittlich rund einem Prozent des Umsatzes das günstigste Verfahren, eine Barzahlung kostet im Schnitt 43 Cent. Internationale Debit- und Kreditkarten, insbesondere von Visa und Mastercard, schneiden laut Bundesbank schlechter ab und belasten den Handel vor allem durch höhere Gebühren. Kleine Händler zahlen nach der Studie je Transaktion deutlich mehr als große.

Der Grund liegt in der Gebührenstruktur. Für internationale Debitkarten ist das Interbankenentgelt zwar ebenfalls auf 0,2 Prozent gedeckelt, es kommen aber Systementgelte von Visa oder Mastercard hinzu. Bei Kreditkarten liegt der Deckel bei 0,3 Prozent, Firmenkarten sind gar nicht gedeckelt. Mehr dazu in den Beiträgen Debitkarten für Händler, Kreditkartengebühren für Händler und girocard oder Kreditkarte.

girocard

Gedeckeltes Bankentgelt, Netzbetrieb oft als Centbetrag. Meist die günstigste Karte.

Co-Badge, girocard mit Visa Debit oder Debit Mastercard

Seit Juli 2023 geben Banken keine neuen Karten mit Maestro mehr aus. Stattdessen tragen viele girocards zusätzlich die Funktion Visa Debit oder Debit Mastercard. Auf einer Karte stecken dann zwei Zahlungssysteme. Welches genutzt wird, entscheidet die Einstellung am Terminal. Nach Artikel 8 der EU-Verordnung 2015/751 dürfen Händler eine bevorzugte Marke voreinstellen, die Kundin darf aber eine andere wählen.

Für Ihre Kosten ist das wichtig. Läuft die Zahlung über das internationale System, gilt bei Tarifen nach Kartentyp oft der Satz für internationale Debitkarten. girocard empfiehlt in seinen FAQ für Händler, mit dem Netzbetreiber zu klären, dass die girocard am Terminal als Standard eingestellt ist, damit Sie immer eine Zahlungsgarantie erhalten.

Terminaleinstellung prüfen

Fragen Sie Ihren Anbieter, welche Marke bei Co-Badge-Karten zuerst angesteuert wird.

Kontaktlos, digitale girocard und PIN

Kontaktlose Zahlungen kosten bei der girocard grundsätzlich dasselbe wie gesteckte. Wenn Sie kontaktlose girocard-Zahlungen akzeptieren, nehmen Sie laut girocard automatisch auch die digitale girocard im Smartphone an. Ohne PIN geht es in der Regel bis 50 Euro je Zahlung, nach mehreren kontaktlosen Zahlungen in Folge oder ab einer Summe von 150 Euro verlangt die Bank wieder die PIN, so sieht es die starke Kundenauthentifizierung nach PSD2 vor.

Für stornierte Umsätze fällt laut den girocard-Händlerbedingungen kein Entgelt an. Bei Erstattungen nach einer erfolgreichen Zahlung hängt es vom Anbieter ab, ob Gebühren zurückerstattet werden. Wie Sie mit Limits umgehen, erklärt der Beitrag zum Limit bei der EC Kartenzahlung.

EC Kartenzahlung Gebühren senken

Die Bankentgelte der girocard sind gedeckelt und niedrig. Spielraum liegt vor allem beim Tarifmodell, beim Netzbetrieb und bei den festen Kosten.

Wer seinen Tarif seit Jahren nicht geprüft hat, zahlt oft mehr als nötig. Wie Sie ohne Ausfall wechseln, beschreibt der Ratgeber Zahlungsanbieter wechseln. Wann sich ein Gratisangebot lohnt, steht im Beitrag Kartenzahlung ohne Gebühren.

Darf ich eine Gebühr für EC Kartenzahlung verlangen

Nein. Paragraf 270a BGB verbietet Entgelte für Zahlungen mit Verbraucherkarten der Vier-Parteien-Systeme, dazu gehört die girocard. Ein Aufschlag auf den Preis bei Zahlung mit EC Karte ist deshalb unzulässig. Einen Mindestbetrag für Kartenzahlung dürfen Sie derzeit festlegen, er sollte gut sichtbar ausgewiesen sein, mehr dazu im Beitrag zum Mindestbetrag bei Kartenzahlung.

Das könnte sich ändern. Laut Eckpunkten von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil vom 11. September 2026 soll vor Ort mindestens eine digitale Bezahlart angeboten werden, darunter mindestens ein europäisches Verfahren, ohne Mindestbeträge und ohne Aufschläge. Der Gesetzentwurf soll 2026 ins Kabinett, der Start ist frühestens 2027 geplant. Beschlossen ist das noch nicht, im Einzelfall hilft eine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Händler zahlen ein Entgelt an die kartenausgebende Bank, das laut girocard frei verhandelbar und auf 0,2 Prozent gedeckelt ist, dazu das Entgelt des Netzbetreibers und Terminalkosten. Komplettanbieter fassen alles in einem Pauschalsatz zusammen.

Veröffentlichte Sätze reichen Stand Oktober 2026 von rund 0,2 Prozent plus wenigen Cent je Zahlung bei klassischen Netzbetreibern bis 1,39 Prozent bei Einheitstarifen. Dazu kommen je nach Anbieter Miete oder Monatsgebühr.

Bei kleinen Bons entscheiden Fixbeträge und Mindestentgelte. Ein Mindestentgelt von 0,15 Euro macht eine Zahlung über 10 Euro so teuer wie 1,5 Prozent, Tarife ohne Fixanteil sind dann oft günstiger.

Nein. Aufschläge für Zahlungen mit girocard sind nach Paragraf 270a BGB verboten, die Kosten trägt der Händler. Ob die Bank der Kundin ihr eigene Kontoentgelte berechnet, ist eine Frage ihres Kontovertrags.

Bei Tarifen mit Unterscheidung nach Kartentyp fast immer, weil das Bankentgelt niedriger ist und keine Systementgelte von Visa oder Mastercard anfallen. Bei Einheitstarifen kosten alle Karten gleich viel.

Keiner, girocard ist der heutige Name des Systems, das umgangssprachlich weiter EC Karte heißt. Viele girocards tragen inzwischen zusätzlich Visa Debit oder Debit Mastercard.

Laut Deutscher Bundesbank kostet die girocard den Einzelhandel einschließlich aller internen Kosten durchschnittlich rund ein Prozent des Umsatzes, eine Barzahlung im Schnitt 43 Cent. Kleine Händler zahlen je Transaktion mehr als große.

Nein. Ob die girocard funktioniert, hängt vom Anbieter und teils vom Terminal ab. Einige internationale Anbieter nennen die girocard nicht ausdrücklich oder akzeptieren sie nur über das Co-Badge.

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