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Kartenzahlung mit dem iPhone per Tap to Pay, Voraussetzungen, Anbieter und Kosten

Tap to Pay iPhone
Inhalt

Für die Kartenzahlung mit dem iPhone brauchen Sie kein zusätzliches Gerät mehr, denn mit Tap to Pay wird das iPhone selbst zum Kartenterminal. Kundinnen und Kunden halten ihre kontaktlose Karte, ihr Smartphone oder ihre Smartwatch an Ihr iPhone, bei Bedarf geben sie die PIN direkt auf Ihrem Display ein. Voraussetzung sind laut Apple ein iPhone XS oder neuer, eine aktuelle iOS-Version und die App eines Zahlungsdienstleisters, der Tap to Pay unterstützt. In Deutschland ist die Funktion seit Juni 2024 verfügbar, seit September 2024 auch mit der girocard. Hier lesen Sie, wie es funktioniert, welche Anbieter es gibt, was es kostet und für wen es sich lohnt.

Das Wichtigste in Kürze

Was Tap to Pay auf dem iPhone ist

Tap to Pay on iPhone ist eine Funktion von iOS, mit der zugelassene Zahlungs-Apps die NFC-Antenne des iPhones zum Auslesen kontaktloser Karten nutzen dürfen. Sonst dient diese Antenne vor allem dazu, mit Apple Pay zu bezahlen. Mit Tap to Pay dreht sich die Richtung um, Ihr iPhone nimmt die Zahlung an. Technisch ist das eine SoftPOS-Lösung, also ein Kartenterminal als Software.

Wichtig für das Verständnis, Apple ist nicht Ihr Zahlungsdienstleister. Apple stellt die Technik im iPhone bereit, den Akzeptanzvertrag schließen Sie mit einem Anbieter wie SumUp, Viva.com oder den Sparkassen. Dieser Anbieter wickelt die Zahlung ab, berechnet die Gebühren und zahlt auf Ihr Geschäftskonto aus. Eine Übersicht aller mobilen Wege von Terminal bis Smartphone bietet die Säule zur mobilen Kartenzahlung, die Android-Varianten erklärt der Beitrag zur Kartenzahlung mit dem Handy.

So funktioniert die mobile Kartenzahlung mit dem iPhone

Die mobile Kartenzahlung mit dem iPhone läuft in wenigen Sekunden ab. Sie öffnen die App Ihres Anbieters, geben den Betrag ein oder übernehmen ihn aus der Kassen-App und das iPhone zeigt die Aufforderung zum Bezahlen. Die Kundin hält ihre Karte oder ihr Gerät an den oberen Rand Ihres iPhones. Die App verschlüsselt die Daten und schickt sie über den Zahlungsdienstleister zur Genehmigung an die Bank der Kundin.

Kontaktlos ohne PIN geht in der Regel bis 50 Euro je Zahlung. Darüber oder nach mehreren kontaktlosen Zahlungen in Folge, spätestens ab einer Summe von 150 Euro, verlangt die Bank die PIN nach den Regeln der starken Kundenauthentifizierung. Die Kundin tippt sie dann direkt auf Ihrem iPhone ein. Laut Apple gibt es dafür einen Bedienhilfemodus, in dem Ziffern angetippt oder auf den Bildschirm gezeichnet werden können. Zahlt sie mit Apple Pay oder einer anderen Wallet, bestätigt sie auf ihrem eigenen Gerät mit Face ID, Fingerabdruck oder Code, eine PIN auf Ihrem iPhone entfällt dann.

Voraussetzungen für Tap to Pay auf dem iPhone

Die Liste der Voraussetzungen ist kurz. Prüfen Sie vor der Registrierung vor allem die iOS-Version, denn manche Anbieter verlangen eine sehr aktuelle Version.

Nur kontaktlose Zahlungen

Tap to Pay liest keine gesteckten Chipkarten und keine Magnetstreifen. Für Karten ohne Kontaktlosfunktion brauchen Sie weiterhin ein Terminal oder einen Kartenleser.

Tap to Pay on iPhone in Deutschland, Start und Anbieter

Apple hat Tap to Pay im Februar 2022 vorgestellt, zunächst für die USA. Tap to Pay on iPhone in Deutschland startete im Juni 2024 mit Anbietern wie Adyen, Commerz Globalpay, myPOS, Nexi, SumUp und Viva.com. Die girocard fehlte zum Start, im September 2024 machten die Sparkassen mit ihrer App S-POS den Anfang. Laut Euro Kartensysteme sind rund 100 Millionen girocards im Umlauf, für Betriebe mit deutscher Stammkundschaft war das ein wichtiger Schritt.

Auf seiner Entwicklerseite listet Apple für Deutschland inzwischen 13 Zahlungsdienstleister, Adyen, Commerz Globalpay, Hobex, Mollie, myPOS, Nexi, PAYONE, Rapyd, Revolut, die Sparkassen-Finanzgruppe, Stripe, SumUp und Viva.com. Nicht jeder davon richtet sich an kleine Betriebe, einige liefern die Technik vor allem für Plattformen und große Händler. Die Tabelle zeigt veröffentlichte Angaben der Anbieter für Händler, Stand Oktober 2026, ohne Umsatzsteuer, soweit der Anbieter das so ausweist.

AnbieterTap to Pay laut AnbieterVeröffentlichter Satzgirocard
Global PaymentsApp GP tom, ohne Mindestlaufzeitohne monatliche Fixkosten, Satz individuellja
MollieiPhone und Android1,50 %, im Pro-Plan 0,85 % plus 0,10 € für Debitnicht genannt
myPOSmyPOS Glass, App kostenlos1,29 % für girocard und EWR-Verbraucherkarten im Basistarifje nach Gerät
NexiSoftPOS einmalig 19,95 €1,69 % ohne Laufzeitja
StripeTap to Pay auf dem iPhone1,4 % plus 0,10 €ja
SumUpkostenlos in der App1,39 %, im Abo 0,79 % für EWR-Verbraucherkartenja
Viva.comViva Terminal App0,85 % Debit, 1,69 % Kreditja

Die App S-POS der Sparkassen kostet laut Anbieter derzeit einmalig 1 Euro Einrichtung statt 39 Euro, die Sätze beginnen bei 0,79 Prozent plus 0,10 Euro je nach Kartenart, monatlich kündbar und ohne Sparkassenkonto. Ob ein Anbieter die girocard auf dem iPhone tatsächlich freigeschaltet hat, sollten Sie vor Vertragsschluss schriftlich bestätigen lassen.

Kartenzahlung mit dem iPhone einrichten

Laut Apple dauert die Einrichtung etwa bei SumUp drei Minuten oder weniger, sobald Ihr Händlerkonto freigeschaltet ist. Die Freischaltung selbst kann je nach Anbieter einige Tage dauern, weil Identität und Gewerbe nach dem Geldwäschegesetz geprüft werden.

Wenn mehrere Mitarbeitende kassieren, lohnt ein Blick auf die Benutzerverwaltung der App. Viele Anbieter erlauben eigene Zugänge je Person, damit Umsätze und Erstattungen nachvollziehbar bleiben.

Was Tap to Pay auf dem iPhone kostet

Apple erhebt laut eigener Angabe keine Gebühren für Apple Pay, für Tap to Pay nennt Apple keine Händlergebühr, die Kosten legt Ihr Zahlungsdienstleister fest. Meist gelten dieselben Sätze wie für Terminals des Anbieters, das Gerät entfällt. Einige Anbieter verlangen eine einmalige Einrichtungsgebühr oder einen Zuschlag, achten Sie im Preisverzeichnis auf solche Posten.

Handwerksbetrieb mit 8.000 Euro Kartenumsatz und 200 Euro je Auftrag

Das sind 40 Zahlungen im Monat. Bei 1,39 Prozent ohne Fixbetrag fallen 111,20 Euro an. Mit 1,4 Prozent plus 0,10 Euro sind es 116 Euro, der Fixbetrag spielt bei hohen Beträgen kaum eine Rolle. Zahlt die Hälfte mit Debitkarte zu 0,85 Prozent und die andere Hälfte mit Kreditkarte zu 1,69 Prozent, ergeben sich 101,60 Euro. Mit 1,69 Prozent auf alle Karten wären es 135,20 Euro.

Marktstand mit 3.000 Euro Kartenumsatz und 10 Euro Bon

Das sind 300 Zahlungen. Bei 1,39 Prozent zahlen Sie 41,70 Euro, bei 1,4 Prozent plus 0,10 Euro dagegen 72 Euro, weil der Fixbetrag bei kleinen Bons stark ins Gewicht fällt. Mit 0,85 Prozent für Debitkarten wären es 25,50 Euro. Ihre eigenen Werte rechnen Sie im Preisrechner für Kartenzahlung nach, alle Kostenbestandteile erklärt der Ratgeber zu den Gebühren der Kartenzahlung.

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Grenzen der Kartenzahlung mit dem iPhone

Das iPhone druckt keine Belege. Kundinnen und Kunden erhalten den Beleg per E-Mail, SMS oder QR-Code, was im Taxi oder bei Firmenkundschaft manchmal nicht ausreicht. Bei vielen Zahlungen am Tag wird es zudem unpraktisch, wenn das iPhone ständig zwischen Personal und Kundschaft wechselt. Ohne Internet ist eine normale Zahlung nicht möglich.

Ab iOS 18.4 unterstützt Apple laut eigener Dokumentation einen Store-and-Forward-Modus, mit dem Zahlungen bei kurzer Funkstille gespeichert und später übertragen werden. Der Zahlungsdienstleister muss die Funktion für Ihr Land freischalten. Das Risiko, dass eine gespeicherte Zahlung später abgelehnt wird, tragen in der Regel Sie, mehr dazu im Beitrag zum Kartenterminal im Offline-Betrieb. Den Akku belastet Tap to Pay laut Apple nicht spürbar.

Tap to Pay oder Kartenterminal

Tap to Pay ersetzt nicht in jedem Betrieb ein Terminal. Wer an einer festen Kasse viele Zahlungen abwickelt, ist mit einem eigenen Gerät meist besser bedient, weil es sich per Schnittstelle an die Kasse anbinden lässt und auch gesteckte Karten liest. Die aktuelle Auswahl zeigt die Übersicht der mobilen Kartenterminals.

MerkmalTap to Pay auf dem iPhoneKartenterminal
Zusätzliche HardwarekeineKauf ab etwa 29 € oder Miete
Karten mit Chip steckennicht möglichmöglich
Belegdrucknur digitalje nach Modell mit Drucker
Kassenanbindungüber die App des Anbietersoft über ZVT oder Integration
Typischer Einsatzmobil, gelegentlich, als ReserveTresen und hohes Zahlungsaufkommen

Viele Betriebe kombinieren beides und nutzen Tap to Pay als Ergänzung oder Reserve zum stationären Gerät. Eine ausführliche Abwägung bietet der Beitrag Terminal oder App.

Für wen sich Tap to Pay auf dem iPhone lohnt

Am meisten profitieren Betriebe, die selten oder an wechselnden Orten kassieren und kein weiteres Gerät laden, warten und mitnehmen wollen. Auch als zweite Kasse an vollen Tagen oder als Reserve bei einem Terminalausfall ist Tap to Pay nützlich.

Sicherheit und Recht bei Tap to Pay

Laut Apple speichert Tap to Pay keine Kartennummern oder PINs auf Apple-Servern. Verschlüsselte Kartennummern liegen nur im Store-and-Forward-Modus vorübergehend auf dem iPhone, während der Zahlung sind Bildschirm- und Kameraaufnahmen gesperrt. Sie selbst sehen und speichern keine vollständigen Kartendaten, Grundlagen zu Ihren Pflichten erklärt der Beitrag zu PCI DSS für Händler.

Rechtlich gilt dasselbe wie am Terminal. Nach Paragraf 270a BGB dürfen Sie für Verbraucherkarten von girocard, Visa und Mastercard keinen Aufschlag verlangen. Ihr Anbieter muss als Zahlungsdienstleister zugelassen sein und unterliegt der BaFin oder einer anderen europäischen Aufsicht, mehr dazu im Beitrag über Zahlungsdienstleister. Nutzen Sie eine Kassen-App, braucht diese eine TSE nach Paragraf 146a AO, bei Fragen hilft Ihre Steuerberatung.

Häufige Fragen

Laut Apple das iPhone XS und alle neueren Modelle mit aktueller iOS-Version. Manche Anbieter verlangen eine bestimmte Mindestversion, bei der App S-POS der Sparkassen ist es etwa iOS 18.6.

Ja, seit Juni 2024. Apple listet für Deutschland 13 Zahlungsdienstleister, darunter Adyen, Mollie, myPOS, Nexi, PAYONE, die Sparkassen, Stripe, SumUp und Viva.com. Den Vertrag schließen Sie mit einem dieser Anbieter, nicht mit Apple.

Apple nennt keine eigene Händlergebühr, die Kosten legt der Zahlungsdienstleister fest. Je nach Anbieter ist die Funktion kostenlos in der App enthalten oder mit einer einmaligen Gebühr verbunden, dazu kommt der Satz je Zahlung.

Ja, seit September 2024, zuerst über die App S-POS der Sparkassen. Andere Anbieter haben die girocard ebenfalls aufgenommen, fragen Sie vor Vertragsschluss aber ausdrücklich nach. Karten mit Co-Badge von Visa oder Mastercard laufen zudem über das zweite System.

Ja, die PIN wird direkt auf dem Display Ihres iPhones eingegeben. Laut Apple gibt es einen Bedienhilfemodus, in dem Ziffern angetippt oder gezeichnet werden können.

Normalerweise nicht. Ab iOS 18.4 gibt es einen Store-and-Forward-Modus für kurze Ausfälle, wenn der Anbieter ihn freischaltet. Das Risiko einer späteren Ablehnung tragen dann Sie.

Ja, Tap to Pay nimmt kontaktlose Debit- und Kreditkarten, Apple Pay und andere digitale Wallets an, auch von Android-Geräten. Die Kundin bestätigt die Zahlung dann auf ihrem eigenen Gerät.

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