Startseite » Zahlungsanbieter Vergleich » Wissen zur Kartenzahlung » Kartenterminal ohne Vertrag, was dahintersteckt und für wen es sich rechnet
Ein Kartenterminal ohne Vertrag heißt in der Praxis ohne Mindestlaufzeit, denn eine Händlervereinbarung mit dem Zahlungsanbieter brauchen Sie für jede Kartenzahlung. Typisch ist ein Kaufgerät ab 29 Euro und eine prozentuale Gebühr je Zahlung ohne Grundgebühr, daneben gibt es monatlich kündbare Mietterminals und Apps, die das Smartphone zum Kartenleser machen. Solche Modelle passen zu kleinem, schwankendem oder saisonalem Umsatz. Ab einem gewissen Kartenumsatz kann ein Vertrag mit Laufzeit trotzdem günstiger sein, dieser Ratgeber rechnet die Grenze mit veröffentlichten Tarifen nach.
Wer Kartenzahlungen annimmt, braucht immer einen Vertrag mit einem Zahlungsanbieter. Darin stehen Gebühren, Auszahlung, Haftung bei Rückbuchungen und die Regeln zur Kündigung. Bei der Registrierung prüft der Anbieter Ihre Identität und Ihr Gewerbe, das schreibt das Geldwäschegesetz vor. Mit dem Versprechen ohne Vertrag meinen Anbieter deshalb fast immer etwas anderes, nämlich keine Mindestlaufzeit, keine Kündigungsfrist von Monaten und oft keine Grundgebühr.
Für Sie heißt das, Sie können jederzeit aufhören, ohne für Restmonate zu zahlen. Das Terminal kaufen Sie in diesem Modell meist einmalig, es gehört dann Ihnen. Es funktioniert aber in der Regel nur mit dem Anbieter, bei dem Sie es gekauft haben. Wer später wechselt, braucht oft ein neues Gerät, Hinweise dazu stehen im Säulenartikel Zahlungsanbieter wechseln.
Einmaliger Gerätepreis, Gebühr je Zahlung, jederzeit beendbar.
Kein Kaufpreis, feste Monatsmiete, Kündigung zum Monatsende.
Tap to Pay oder SoftPOS ohne Zusatzgerät, nur kontaktlos.
Die folgenden Angaben stammen von den Webseiten der Anbieter, Stand Oktober 2026, in der Regel ohne Umsatzsteuer. Die Auswahl ist alphabetisch sortiert und nicht vollständig.
| Anbieter | Modell | Gerät | Gebühr je Zahlung | Laufzeit |
|---|---|---|---|---|
| flatpay | Kauf entfällt | 0 € bei Mindestumsatz je Gerät | 1,39 % | jederzeit kündbar |
| myPOS | Kaufgerät | Flex 55 €, Ultra GC mit girocard 179 € | 1,29 % girocard und EWR-Verbraucherkarten | keine lange Bindung |
| POS Payment | Miete | ab 10,50 € im Monat plus 49 € einmalig | girocard 0,2 % plus 0,09 € | monatlich kündbar |
| SumUp | Kaufgerät oder App | Tap to Pay kostenlos, Solo Lite 34 €, Solo 79 € | 1,39 % | keine Bindung |
| VR Payment | App oder mPOS | softPOS Android, Link/2500 für 59 € | 1 % alle Karten | monatlich kündbar |
| ZahlungsWERK | SoftPOS App | Android mit NFC, 5 € Service im Monat | 0,69 % plus Interchange und Scheme | zum Monatsende kündbar |
| Zettle | Kaufgerät | PayPal Reader ab 29 €, Terminal ab 199 € | 1,39 % | keine Bindung |
Bei POS Payment setzt sich die Gebühr je Zahlung laut Anbieter aus 0,07 Euro Transaktionsgebühr und 0,02 Euro girocard-Anteil zusammen, Kreditkartensätze sind nicht veröffentlicht. Bei flatpay ist das Terminal nur bei Erreichen eines Mindestumsatzes je Gerät kostenlos. Weitere Kosten wie Sonderkarten oder Zusatzleistungen entnehmen Sie dem Preisverzeichnis. Alle Profile finden Sie im Überblick der Zahlungsanbieter.
Hinter dem Kartenlesegerät ohne Vertrag stecken drei Modelle mit unterschiedlichen Stärken. Das Kaufgerät hat die geringsten laufenden Kosten, solange keine Monatsgebühr anfällt. Die monatlich kündbare Miete bringt klassische Terminals mit Kassenanbindung, ohne dass Sie sich für Jahre binden. Die App kostet am wenigsten, ist aber auf kontaktlose Zahlungen beschränkt.
| Kriterium | Kaufgerät | Monatliche Miete | App auf dem Smartphone |
|---|---|---|---|
| Einmalkosten | Gerätepreis ab 29 € | Einrichtung, etwa 49 € | meist keine |
| Feste Monatskosten | keine oder Abo | Miete ab 10,50 € | keine oder gering |
| Chip und PIN-Pad | ja | ja | nein, PIN auf dem Display |
| Kassenanbindung per ZVT | selten | meist möglich | nein |
| Austausch bei Defekt | Neukauf oder Garantie | meist inklusive | Smartphone ersetzen |
| Wechsel des Anbieters | neues Gerät nötig | Rückgabe, kein Restwert | App wechseln |
Wer zwischen Gerät und App schwankt, findet die ausführliche Gegenüberstellung im Beitrag Kartenzahlung im Vergleich, Terminal oder App. Ob sich Kauf oder Miete grundsätzlich mehr lohnt, erklärt Kartenterminal kaufen oder mieten.
Ein Kartenterminal ohne monatliche Kosten ist vor allem bei kleinem Umsatz unschlagbar. Sie zahlen nur, wenn jemand mit Karte zahlt, in Monaten ohne Umsatz fällt nichts an. Das passt zu Gründern, Nebenerwerb, Vereinen und Saisonbetrieben. Der Preis dafür ist ein höherer Satz je Zahlung. Mit steigendem Umsatz wächst die Gebühr mit, während feste Kosten bei Modellen mit Monatsgebühr gleich bleiben.
Einige Anbieter bieten deshalb beides an. Bei SumUp kostet der Basistarif 1,39 Prozent ohne Monatsgebühr, das Abo Zahlungen Plus 19 Euro im Monat bei 0,79 Prozent für Verbraucherkarten aus dem EWR. Firmen-, Premium- und Nicht-EWR-Karten bleiben bei 1,39 Prozent. Das Abo ist laut Anbieter jederzeit zum Ende der laufenden Abrechnungsperiode kündbar, die Flexibilität bleibt also erhalten. Bei myPOS sinkt der Satz im Tarif Plus für 19 Euro im Monat von 1,29 auf 0,89 Prozent.
| Kartenumsatz im Monat | SumUp ohne Abo 1,39 % | Zahlungen Plus 0,79 % plus 19 € | myPOS Plus 0,89 % plus 19 € |
|---|---|---|---|
| 1.000 € | 13,90 € | 26,90 € | 27,90 € |
| 3.000 € | 41,70 € | 42,70 € | 45,70 € |
| 5.000 € | 69,50 € | 58,50 € | 63,50 € |
| 10.000 € | 139,00 € | 98,00 € | 108,00 € |
Annahme ausschließlich Verbraucherkarten aus dem EWR, ohne Gerätekosten und Umsatzsteuer, Stand Oktober 2026. Bei SumUp lohnt das Abo ab etwa 3.170 Euro Kartenumsatz im Monat, bei myPOS gegenüber dem eigenen Basistarif mit 1,29 Prozent ab 4.750 Euro. Ihre eigenen Zahlen prüfen Sie im Preisrechner.
Klassische Netzbetreiber vermieten Terminals mit festen Laufzeiten und bieten dafür oft niedrigere Sätze. ZahlungsWERK nennt 0,69 Prozent für girocard, Visa und Mastercard bei 12,50 Euro Miete für ein Kassenterminal und einem Vertragsmodell mit 36 Monaten. Gegenüber 1,39 Prozent ohne Laufzeit spart der niedrigere Satz 0,7 Prozentpunkte. Die Miete ist damit rechnerisch ab rund 1.790 Euro Kartenumsatz im Monat ausgeglichen. Bei 6.000 Euro Umsatz zahlt ein Café mit 1,39 Prozent 83,40 Euro, mit 0,69 Prozent und Miete 53,90 Euro. Bei 25.000 Euro zahlt eine Boutique 347,50 Euro gegenüber 185 Euro.
Die Rechnung hat Haken. Sie bindet sich für Jahre, auch wenn der Umsatz sinkt, und bei langen Aktionslaufzeiten wie 60 Monaten bei REA Card oder Vert summieren sich Mieten deutlich. Dafür sind Service und Austauschgerät oft inklusive. Bei steigendem Umsatz verhandeln Anbieter außerdem individuelle Sätze, SumUp etwa nennt individuelle Tarife ab 10.000 Euro Monatsumsatz. Die Kosten der Miete erklärt der Beitrag Kartenterminal Miete Kosten.
Unter etwa 2.000 Euro Kartenumsatz im Monat sind Modelle ohne Grundgebühr meist günstiger, darüber lohnt der genaue Vergleich mit Laufzeittarifen.
Geben Sie Ihren Kartenumsatz und Ihre Bonhöhe ein und sehen Sie, ab wann sich ein Tarif mit Monatsgebühr oder Laufzeit für Sie lohnt.
Die Freiheit ohne Laufzeit hat ihren Preis, ist für viele kleine Betriebe aber die bessere Wahl. Wägen Sie die Punkte für Ihren Betrieb ab.
Prüfen Sie auch ohne Laufzeit die Geschäftsbedingungen. Dort stehen Regeln zu Rückbuchungen, zum Einbehalt von Auszahlungen und zur Kündigung durch den Anbieter selbst. Laut Paragraf 675h BGB darf ein Zahlungsdienstleister einen unbefristeten Rahmenvertrag mit mindestens zwei Monaten Frist kündigen, im Geschäftsverkehr können aber andere Regeln vereinbart sein.
Ganz ohne Hardware kommen Sie mit Tap to Pay auf dem iPhone oder einer SoftPOS-App für Android aus. Laut Apple funktioniert Tap to Pay ab dem iPhone XS. SumUp und myPOS berechnen dafür keine Gerätekosten, Nexi bietet seine SoftPOS-App auf dem iPhone für einmalig 19,95 Euro und 1,69 Prozent ohne Laufzeit an, Global Payments die App GP tom ohne Mindestlaufzeit. Für Android nennt VR Payment die softPOS von VR PayMe mit 1 Prozent auf alle Karten und monatlicher Kündbarkeit.
Für den Einstieg ist das oft die günstigste Lösung. Allerdings nimmt das Smartphone nur kontaktlose Zahlungen an, druckt keine Belege und muss bei jeder Zahlung die Hand wechseln. Für den dauerhaften Einsatz am Tresen ist ein eigenes Terminal meist bequemer. Details stehen im Beitrag Tap to Pay auf dem iPhone.
Ob ohne Laufzeit die richtige Wahl ist, hängt weniger von der Branche ab als vom Umsatzmuster. Die Tabelle zeigt typische Fälle.
| Betrieb | Umsatzmuster | Empfehlung |
|---|---|---|
| Kleingewerbe | wenig und unregelmäßig | Kaufgerät oder App ohne Grundgebühr |
| Events | nur an einzelnen Terminen | Kaufgerät mit SIM oder Kurzzeitmiete |
| Foodtruck | saisonal, wechselnde Orte | mobiles Kaufgerät mit SIM, App als Reserve |
| Vereine | Feste und Heimspiele | App oder günstiger Kartenleser |
| Einzelhandel | hoch und regelmäßig | Laufzeittarif mit ZVT-Terminal prüfen |
Saisonbetriebe sollten zusätzlich auf monatliche Kündbarkeit oder ein ruhendes Konto ohne Kosten achten. Mehr dazu im Beitrag Kartenzahlung im Saisonbetrieb.
Auch ohne lange Bindung lohnt ein genauer Blick vor der Bestellung. Diese Punkte sollten geklärt sein.
Wer bereits einen Vertrag mit Laufzeit hat und aussteigen will, findet Fristen und eine Vorlage im Beitrag Zahlungsanbieter Vertrag kündigen.
Nein, eine Händlervereinbarung mit dem Zahlungsanbieter brauchen Sie immer. Viele Anbieter verzichten aber auf Mindestlaufzeit und Grundgebühr, Sie können also jederzeit aufhören.
Die niedrigsten Einstiegspreise liegen Stand Oktober 2026 bei 29 Euro für den PayPal Reader von Zettle und 34 Euro für SumUp Solo Lite. Mit Tap to Pay auf dem Smartphone entfällt das Gerät bei einigen Anbietern ganz. Auf Dauer zählt aber vor allem die Gebühr je Zahlung.
Ja, SumUp nennt die girocard ausdrücklich, myPOS bietet sie mit dem Ultra GC für 179 Euro an. Bei anderen Kaufgeräten ist die girocard nicht immer ausdrücklich genannt, fragen Sie vor dem Kauf nach.
In der Regel nicht. Die meisten Geräte sind an den Anbieter gebunden, bei dem Sie sie gekauft haben. Planen Sie beim Wechsel ein neues Gerät ein.
Die Gebühr je Zahlung ist oft höher als bei Verträgen mit Laufzeit, dafür entfallen Miete und Grundgebühr. In den Beispielen dieses Ratgebers lohnt sich ein Laufzeittarif ab rund 1.800 bis 2.000 Euro Kartenumsatz im Monat.
Ja, POS Payment bietet veröffentlichte Mietterminals mit einem Monat Laufzeit ab 10,50 Euro im Monat an, dazu einmalig 49 Euro für Konfiguration und Versand. Service und Austausch sind bei Miete oft enthalten.
Ein gekauftes Gerät bleibt Ihr Eigentum, lässt sich aber meist nur mit dem bisherigen Anbieter nutzen. Mietgeräte geben Sie nach Vertragsende fristgerecht zurück.
Geben Sie Ihren Bedarf an und erhalten Sie kostenlos Angebote passender Anbieter.
Was sich beim Terminal wirklich rechnet
Fristen, Vorlage und Geräterückgabe
Kartenzahlung ohne Zusatzgerät
Kosten für Ihren Umsatz berechnen