Startseite » Zahlungsanbieter Vergleich » Wissen zur Kartenzahlung » American Express für Händler, Akzeptanz, Gebühren und für wen es sich lohnt
Als American Express Händler nehmen Sie Zahlungen mit Amex-Karten entweder über einen Direktvertrag mit American Express oder über Ihren bestehenden Zahlungsanbieter an. Für neue kleine Akzeptanzpartner nennt American Express Stand Oktober 2026 ein Serviceentgelt ab 1,5 Prozent bis 100.000 Euro Amex-Umsatz in zwölf Monaten, ohne Einrichtungskosten und ohne Mindestlaufzeit. Über Zahlungsanbieter reichen die veröffentlichten Sätze von 1,39 bis 2,75 Prozent. Dieser Ratgeber zeigt beide Wege, rechnet typische Betriebe durch und hilft bei der Entscheidung, ob sich Amex für Sie lohnt.
Visa und Mastercard sind Vier-Parteien-Systeme. Banken geben die Karten aus, Acquirer schließen die Verträge mit Händlern, und das Kartensystem verbindet beide Seiten. American Express ist klassisch ein Drei-Parteien-System. Das Unternehmen gibt viele Karten selbst aus und nimmt Händler selbst unter Vertrag. Es gibt deshalb kein Interbankenentgelt, sondern ein Serviceentgelt, das American Express direkt oder über einen Partner festlegt. Wie das Vier-Parteien-Modell funktioniert, erklärt der Beitrag Acquirer und Issuer im Vergleich.
Für Sie als Händler hat das zwei Folgen. Erstens gilt die EU-Verordnung 2015/751 mit ihrer Obergrenze von 0,2 und 0,3 Prozent für Drei-Parteien-Systeme nicht, Amex ist daher meist teurer als eine Verbraucherkarte von Visa oder Mastercard. Zweitens fällt American Express nicht unter das Aufschlagsverbot des Paragrafen 270a BGB. Was das praktisch bedeutet, lesen Sie weiter unten. Ob Sie Amex annehmen, entscheiden Sie unabhängig von Visa und Mastercard.
Um Amex zu akzeptieren, brauchen Sie entweder einen eigenen Akzeptanzvertrag mit American Express oder einen Zahlungsanbieter, der Amex über seinen Vertrag mit abwickelt. Welcher Weg offensteht, hängt von Ihrem Anbieter und Ihrer Branche ab.
Eigener Vertrag und eigene Abrechnung, Ihr vorhandenes Terminal wird für Amex freigeschaltet.
Amex läuft über denselben Vertrag, dieselbe App und dieselbe Auszahlung wie die übrigen Karten.
| Kriterium | Direktvertrag | Über den Zahlungsanbieter |
|---|---|---|
| Gebühr | ab 1,5 % bis 100.000 € Amex-Umsatz in 12 Monaten | Satz des Anbieters, 1,39 bis 2,75 % |
| Abrechnung | getrennt von den übrigen Karten | gemeinsam mit allen Karten |
| Auszahlung | laut Bedingungen innerhalb von fünf Geschäftstagen | im Takt des Anbieters, oft am Folgetag |
| Laufzeit | keine Mindestlaufzeit, Kündigung mit 30 Tagen | wie Ihr Hauptvertrag |
| Aufwand | zweiter Vertrag, zweite Abstimmung | keiner, wenn Amex enthalten ist |
Beim Direktvertrag beantragen Sie die Akzeptanz online bei American Express, nach Abschluss wird Ihr Terminal freigeschaltet. Das setzt voraus, dass Ihr Terminalbetreiber Amex technisch unterstützt. Bei Komplettanbietern wie SumUp oder myPOS ist Amex dagegen meist ohne weiteren Vertrag freigeschaltet. Sie zahlen dann den Amex-Satz des Anbieters. Wichtig ist der Blick ins Preisverzeichnis, denn manche Anbieter rechnen Amex zu abweichenden Konditionen ab, andere nennen die Karte auf ihren Preisseiten gar nicht.
Für neue Akzeptanzpartner in der Kategorie kleiner Händler nennt American Express ein Serviceentgelt ab 1,5 Prozent. Es gilt für einen Amex-Kartenumsatz von bis zu 100.000 Euro innerhalb von zwölf aufeinanderfolgenden Monaten, bei Hotels bis 50.000 Euro. Danach gilt das im Serviceantrag gesondert vereinbarte Serviceentgelt. Laut American Express fallen keine Einrichtungs- und Transaktionskosten an, und es gibt weder Mindestvertragsdauer noch Mindestumsatz.
Ausgenommen vom Einstiegsangebot sind laut Anbieter Fluglinien, Autovermietungen, Nachtclubs, Tankstellen, Franchise-Partner, Transport, Business-to-Business, Reisebüros sowie die Akzeptanz von Fremdwährungen. Für diese Betriebe gelten individuelle Konditionen.
Die Allgemeinen Bedingungen für Akzeptanzpartner, Stand März 2020, sehen eine Zahlung innerhalb von fünf Geschäftstagen nach Zugang der Transaktionsdaten vor, abzüglich Serviceentgelt und Gutschriften. Beide Seiten können mit einer Frist von 30 Kalendertagen kündigen. Prüfen Sie die aktuelle Fassung vor Vertragsschluss, denn Bedingungen können sich ändern.
Das Einstiegsentgelt gilt nur bis zur Umsatzgrenze. Wer mehr Amex-Umsatz erwartet, sollte den Satz für die Zeit danach vor Vertragsschluss schriftlich klären.
Die American Express Gebühren für Händler unterscheiden sich je nach Weg deutlich. Die Tabelle zeigt veröffentlichte Standardsätze, Stand Oktober 2026, ohne Umsatzsteuer, soweit der Anbieter das so ausweist. Die Reihenfolge ist alphabetisch und keine Rangfolge.
| Anbieter | Satz für American Express | Zum Vergleich Visa und Mastercard Kredit |
|---|---|---|
| American Express direkt | ab 1,5 % bis 100.000 € in 12 Monaten | nicht enthalten |
| CCV | 1,5 % bis 100.000 € Jahresumsatz | 1,25 % |
| Mollie | 2,10 % im Modell ohne Monatsgebühr | 1,50 % |
| myPOS | 2,69 %, mit Abo 2,49 % | 1,29 % für EWR-Verbraucherkarten |
| SumUp | 1,39 %, auch mit Abo | 1,39 % |
| Viva.com | 2,75 % | 1,69 % |
| ZahlungsWERK | abweichende Konditionen, nicht im Flat-Satz | 0,69 % |
Amex gehört bei Tarifen nach Kartentyp fast immer zur teuersten Gruppe. Ausnahme sind Einheitssätze wie bei SumUp, bei denen Amex nicht mehr kostet als andere Karten. Weitere Anbieter wie REA Card, Vert oder POS Payment führen American Express unter den akzeptierten Karten, veröffentlichen aber keinen eigenen Amex-Satz. Fragen Sie dort schriftlich nach. Wie sich Kreditkartengebühren insgesamt zusammensetzen, erklärt der Ratgeber zu Kreditkartengebühren für Händler.
Entscheidend ist, wie viel Umsatz tatsächlich mit Amex bezahlt wird. Die Beispiele nutzen die Sätze aus der Tabelle, Stand Oktober 2026, ohne Gerätekosten.
Auf Amex entfallen 3.200 Euro im Monat. Im Direktvertrag kosten sie mit 1,5 Prozent 48 Euro. Über Viva.com sind es mit 2,75 Prozent 88 Euro, über Mollie 67,20 Euro und über SumUp 44,48 Euro. Auf das Jahr gerechnet liegen zwischen dem günstigsten und dem teuersten Weg rund 520 Euro.
Bei 2.500 Euro Amex-Umsatz zahlt die Boutique im Direktvertrag oder über CCV jeweils 37,50 Euro, über SumUp 34,75 Euro und über myPOS im Tarif One 67,25 Euro. Bei einem Bon von 45 Euro sind das rund 56 Amex-Zahlungen im Monat. Würde nur jede zehnte davon ohne Amex ausbleiben, gingen rund 250 Euro Umsatz verloren, deutlich mehr als jeder Gebührenunterschied.
Hier entfallen nur 120 Euro auf Amex. Die Gebühr liegt je nach Weg zwischen 1,67 Euro und 3,30 Euro im Monat. Ein eigener Direktvertrag lohnt den zusätzlichen Abstimmungsaufwand kaum, die Akzeptanz über den bestehenden Anbieter genügt. Ihre eigenen Werte rechnen Sie im Preisrechner für Kartenzahlung nach.
Geben Sie Umsatz, Bonhöhe und Kartenanteile ein und sehen Sie, welcher Tarif mit American Express zu Ihrem Betrieb passt.
American Express hat in Deutschland einen kleineren Kartenbestand als Visa und Mastercard, die Kundschaft ist aber oft kaufkräftig. American Express gibt nach eigenen Angaben an, dass deutsche Karteninhaber pro Jahr 2,7 Mal so viel ausgeben wie der Durchschnitt aller Kreditkarten in Deutschland. Neben Privatkarten gibt American Express auch Firmenkarten für Reisekosten und Bewirtung aus, deren Inhaber die Karte gezielt einsetzen.
Dem stehen höhere Gebühren und bei einem Direktvertrag ein zweiter Vertrag mit eigener Abrechnung gegenüber. Wer keine Amex annimmt, sollte das gut sichtbar kennzeichnen, damit es an der Kasse keine Enttäuschung gibt. Hinweise dazu bietet der Beitrag zum Schild für Kartenzahlung.
Ob sich Amex lohnt, hängt vor allem von Ihrer Kundschaft und der Bonhöhe ab. Die Tabelle gibt eine Orientierung.
| Betriebstyp | Bedeutung von Amex | Empfehlung |
|---|---|---|
| Hotel | hoch, viele Geschäftsreisende und internationale Gäste | Amex anbieten, Direktvertrag bis 50.000 € Amex-Umsatz prüfen |
| Restaurant | mittel bis hoch, Bewirtung mit Firmenkarten | Amex anbieten, Satz des Anbieters mit Direktvertrag vergleichen |
| Boutique und Fachhandel | mittel, hohe Bons und Touristen | Amex anbieten, Weg nach Amex-Anteil wählen |
| Café, Bäckerei, Kiosk | gering, kleine Bons, viel girocard | nur über den bestehenden Anbieter, kein eigener Vertrag |
| Handwerk und Dienstleister | gering bis mittel, eher Überweisung | bei Privatkunden optional, bei Firmen eher Rechnung |
Gerade bei internationalen Gästen erhöht Amex die Chance, dass jeder bezahlen kann. Mehr dazu im Beitrag zur Kartenzahlung für Touristen. Warum Firmenkarten auch bei Visa und Mastercard teurer sind, erklärt der Ratgeber zur kommerziellen Kartenzahlung.
Paragraf 270a BGB verbietet Entgelte nur für SEPA-Lastschrift, SEPA-Überweisung und Verbraucherkarten der Vier-Parteien-Systeme. Drei-Parteien-Systeme wie American Express sind nicht erfasst, ein Aufschlag ist gesetzlich daher grundsätzlich möglich, aber unüblich. Er sollte nach verbreiteter Auffassung Ihre tatsächlichen Mehrkosten nicht übersteigen.
Vertraglich sieht es anders aus. Die Allgemeinen Bedingungen für Akzeptanzpartner von American Express, Stand März 2020, sehen vor, dass für die Verwendung der Karte keine zusätzlichen Entgelte verlangt werden. Wer im Direktvertrag einen Aufschlag erhebt, riskiert also einen Vertragsverstoß. Prüfen Sie die Bedingungen Ihres Vertrags und lassen Sie sich im Zweifel rechtlich beraten. Mehr zum Thema bietet der Beitrag zum Aufschlag bei Kartenzahlung.
Hinzu kommt ein politischer Plan. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat am 11. September 2026 Eckpunkte für eine Pflicht zur digitalen Bezahlmöglichkeit vorgestellt, die keine Aufschläge und keine Mindestbeträge vorsehen. Beschlossen ist das nicht, ein Start ist frühestens 2027 vorgesehen.
Die Freischaltung ist in wenigen Tagen erledigt. Diese Reihenfolge hat sich bewährt.
Bei Anbietern mit eigenem Terminal und App ist Amex oft bereits aktiv, Sie müssen nichts beantragen. Bei Mietterminals über einen Netzbetreiber muss das Terminal nach einem Direktvertrag für Amex konfiguriert werden. Hinweise zur Einrichtung bietet der Beitrag Kartenterminal einrichten.
Über Ihren Zahlungsanbieter erhalten Sie eine gemeinsame Abrechnung für alle Karten. Bei einem Direktvertrag rechnet American Express gesondert ab, Sie gleichen dann zwei Auszahlungen und zwei Gebührenaufstellungen mit Ihrer Kasse ab. Ein eigenes Verrechnungskonto je Anbieter erleichtert das, mehr dazu im Beitrag zur Kartenzahlung in der Buchhaltung. Steuerliche Fragen klären Sie mit Ihrer Steuerberatung.
Auch bei Amex können Karteninhaber Zahlungen beanstanden. American Express behält sich nach seinen Bedingungen Rückbelastungen etwa bei unzulässigen oder betrügerischen Transaktionen vor. Bewahren Sie Belege, Lieferscheine und Kommunikation mit der Kundschaft auf. Wie Sie bei Rückforderungen vorgehen, erklärt der Beitrag Rückbuchung und Chargeback.
Nein. American Express ist ein eigenes Kartensystem, die Annahme ist freiwillig und unabhängig von Visa und Mastercard. Kennzeichnen Sie gut sichtbar, welche Karten Sie annehmen.
Im Direktvertrag nennt American Express Stand Oktober 2026 ab 1,5 Prozent bis 100.000 Euro Amex-Umsatz in zwölf Monaten, ohne Einrichtungs- und Transaktionskosten. Über Zahlungsanbieter gelten deren Sätze, veröffentlicht sind Werte zwischen 1,39 und 2,75 Prozent.
Entweder beantragen Sie online einen Akzeptanzvertrag bei American Express und lassen Ihr Terminal freischalten, oder Sie nutzen einen Zahlungsanbieter, der Amex bereits enthält. Prüfen Sie vorher, ob Ihr Terminal Amex technisch unterstützt.
Meist ja. Bei Komplettanbietern ist Amex oft schon freigeschaltet, bei Mietterminals wird das Gerät nach einem Direktvertrag konfiguriert. Fragen Sie Ihren Terminalbetreiber, ob und wie die Freischaltung erfolgt.
Bei SumUp gilt Stand Oktober 2026 auch für Amex der Satz von 1,39 Prozent, auch im Abo. Bei myPOS fällt Amex in die Gruppe der anderen Karten mit 2,69 Prozent im Tarif One und 2,49 Prozent in den Tarifen Plus und Pro.
Gesetzlich verbietet Paragraf 270a BGB Aufschläge für American Express nicht. Die Bedingungen für Akzeptanzpartner von American Express schließen zusätzliche Entgelte für die Kartenverwendung jedoch aus. Lassen Sie das im Einzelfall rechtlich prüfen.
Im Direktvertrag sehen die Bedingungen eine Zahlung innerhalb von fünf Geschäftstagen nach Zugang der Transaktionsdaten vor. Über einen Zahlungsanbieter kommt Amex im gleichen Takt wie die übrigen Karten, je nach Anbieter oft am Folgetag.
Laut American Express sind Fluglinien, Autovermietungen, Nachtclubs, Tankstellen, Franchise-Partner, Transport, Business-to-Business und Reisebüros ausgenommen, ebenso die Akzeptanz von Fremdwährungen. Diese Betriebe erhalten individuelle Konditionen.
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