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ZVT-Schnittstelle erklärt, Funktionen, Technik und Auswahl für Ihre Kasse

ZVT-Schnittstelle
Inhalt

Die ZVT-Schnittstelle ist ein herstellerunabhängiges Protokoll, über das eine elektronische Kasse den Zahlbetrag an ein Kartenterminal schickt und das Ergebnis der Zahlung automatisch zurückbekommt. Damit tippt niemand den Betrag zweimal ein, Kartenumsätze landen sauber im Kassenbericht und Stornos laufen aus der Kasse heraus. In Deutschland ist ZVT der verbreitete Standard für diese Kassenanbindung, daneben gibt es das Protokoll O.P.I. und Cloud-Schnittstellen einzelner Anbieter. Dieser Ratgeber erklärt Herkunft, Funktionsumfang und Technik und zeigt, worauf Sie bei der Auswahl von Kasse und Terminal achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze

Was die ZVT-Schnittstelle ist

ZVT steht für Zahlungsverkehrsterminal. Laut dem Verband der Terminalhersteller in Deutschland beschreibt die ZVT-Kassenschnittstelle ein herstellerunabhängiges Kommunikationsprotokoll zwischen Bezahlterminals und elektronischen Registrierkassen oder Verkaufsautomaten. Der Verband mit Sitz in Weilburg stellt die Spezifikation auf seiner Webseite kostenlos zum Download bereit. Im Oktober 2026 ist dort die Revision 13.13 vom 17. Juni 2025 abrufbar.

Die ZVT-Schnittstelle legt fest, welche Nachrichten Kasse und Terminal austauschen, in welcher Reihenfolge das geschieht und welche Daten zurückkommen. Weil viele Terminalhersteller und Kassenanbieter denselben Standard umsetzen, lassen sich Geräte unterschiedlicher Hersteller kombinieren. Für Sie als Betrieb bedeutet das mehr Freiheit, denn Sie können Terminal oder Zahlungsdienstleister wechseln, ohne zwingend die Kasse zu tauschen.

Wichtig ist die Abgrenzung. ZVT regelt nur die Strecke zwischen Kasse und Terminal im Laden. Wie das Terminal anschließend mit dem Netzbetreiber, dem Acquirer und der Bank der Kundin spricht, ist ein eigener Weg mit eigenen Protokollen. Einen Überblick über die Gerätearten gibt unser Säulenartikel zum richtigen Gerät für die Kartenzahlung.

Wie das ZVT-Protokoll eine Zahlung steuert

Das ZVT-Protokoll arbeitet nach dem Prinzip Befehl und Antwort. Die Kasse ist der aktive Teil und schickt dem Terminal einen Befehl, zum Beispiel eine Autorisierung über 23,80 Euro. Das Terminal bestätigt den Empfang, fordert die Kundin zum Vorhalten der Karte auf, holt online die Genehmigung ein und meldet laufend Zwischenstände wie Karte lesen oder PIN eingeben an die Kasse. Am Ende schickt es das Ergebnis mit Kartentyp, gekürzter Kartennummer, Belegnummer und Zeitstempel zurück.

Technisch besteht jede Nachricht aus einem Befehlscode, einer Längenangabe und den Daten. Vor dem ersten Befehl meldet sich die Kasse am Terminal mit einem Passwort an und legt dabei fest, ob die Kasse oder das Terminal den Beleg druckt. Die Kasse verbucht das Ergebnis anschließend automatisch in der richtigen Zahlart, was Kassenbericht und Kartenabgleich deutlich vereinfacht.

BefehlCode laut SpezifikationWofür Sie ihn im Alltag brauchen
Anmeldung06 00Kasse meldet sich am Terminal an und legt Druck und Währung fest
Autorisierung06 01Zahlung über den Betrag aus der Kasse auslösen
Storno06 30Letzte oder bestimmte Zahlung am selben Tag rückgängig machen
Gutschrift06 31Betrag auf die Karte zurückerstatten, sofern freigeschaltet
Kassenschnitt06 50Tagesabschluss am Terminal aus der Kasse anstoßen
Diagnose06 70Verbindung des Terminals zum Netzbetreiber prüfen
Initialisierung06 93Terminal neu mit Parametern und Schlüsseln versorgen

Welche dieser Befehle Ihre Kasse tatsächlich nutzt, entscheidet der Kassenhersteller. Viele Kassen bieten Zahlung, Storno und Kassenschnitt, Gutschriften oder Vorautorisierungen sind seltener umgesetzt.

Wie Kasse und Terminal technisch verbunden werden

Physisch gibt es drei Wege. Die klassische Variante ist die serielle Schnittstelle RS232 mit einem Kassenkabel, die bei älteren Kassen noch verbreitet ist. Daneben gibt es USB und vor allem die Netzwerkverbindung per TCP/IP über LAN oder WLAN. REA Card nennt in der Kurzanleitung für die Modelle T8 und T9 für die serielle Anbindung 9600 Baud und für die Netzwerkanbindung den Standardport 20007. Im Terminal wird dazu eine Betriebsart für die Kassenanbindung aktiviert, bei REA heißt sie ZVT700, und ein sechsstelliges Passwort hinterlegt, das auch in der Kasse eingetragen wird.

Bei der Netzwerkvariante braucht das Terminal eine feste IP-Adresse, damit die Kasse es nach einem Neustart wiederfindet. Kasse und Terminal müssen im selben Netz erreichbar sein, Firewall und Router dürfen den Port nicht blockieren. Für Windows-Kassen bietet Fiserv mit SoftConnect eine Programmbibliothek, die ZVT-fähige Terminals per COM-Port, USB oder IP anbindet.

Praxistipp zur Netzwerkverbindung

Die meisten Verbindungsprobleme nach Wochen störungsfreien Betriebs entstehen, weil der Router dem Terminal eine neue IP-Adresse vergeben hat.

ZVT oder OPI-Schnittstelle, die Unterschiede

Neben ZVT ist in Deutschland O.P.I. verbreitet, die Abkürzung steht für Open Payment Initiative. Die Initiative startete 2003 bei Wincor Nixdorf und baut auf dem POS-EPS-Standard des International Forecourt Standards Forum auf, der aus dem Tankstellenumfeld stammt. Anders als das binäre ZVT tauscht die OPI-Schnittstelle XML-Nachrichten über TCP/IP aus, und zwar über zwei getrennte Kanäle, einen für Zahlungsaufträge und einen für Rückfragen des Terminals an die Kasse, etwa zum Belegdruck.

O.P.I. findet sich vor allem in Kassensystemen größerer Handelsketten und Tankstellen, ZVT dagegen in nahezu allen Branchen vom Kiosk bis zum Supermarkt. Viele Terminals beherrschen beide Protokolle. Laut POS Payment lassen sich die vermittelten Terminals je nach Modell über ZVT, O.P.I. oder elPay anbinden, REA Card beschreibt für T8 und T9 beide Betriebsarten.

MerkmalZVTO.P.I.
HerkunftDeutscher Terminalmarkt, Verband der TerminalherstellerWincor Nixdorf ab 2003, auf Basis von IFSF POS-EPS
DatenformatBinäre Befehle mit festen CodesXML-Nachrichten
VerbindungRS232, USB oder TCP/IPTCP/IP mit zwei Kanälen
Typischer EinsatzEinzelhandel, Gastronomie, Automaten, kleine KassenHandelsketten, Tankstellen, große Kassensysteme
VerbreitungSehr breit in DeutschlandMehrere europäische Länder

Cloud-Schnittstellen als Alternative zu ZVT

Viele neuere Anbieter verbinden Kasse und Terminal nicht mehr über ein lokales Protokoll, sondern über das Internet. Die Kasse schickt den Zahlauftrag an einen Server des Zahlungsdienstleisters, der ihn an das Terminal weiterleitet. Laut SumUp funktioniert die Cloud API für das Solo so, dass Kasse und Terminal einmal per Kopplungscode verbunden werden und das Ergebnis danach per Webhook an die Kasse zurückgeht. Eine räumliche Nähe ist dafür nicht nötig. Stripe empfiehlt für seine Smart-Terminals ebenfalls eine serverseitige Integration, wenn die Kasse auf einem anderen Gerät läuft.

Der Vorteil ist, dass keine feste IP-Adresse und kein Kassenkabel nötig sind und mobile Terminals überall angebunden bleiben. Der Nachteil ist die Bindung an den jeweiligen Anbieter, denn die Kasse muss genau dessen Schnittstelle unterstützen. Ein Wechsel des Zahlungsdienstleisters bedeutet dann oft auch einen Wechsel der Integration. Wie sich die Wege im Alltag unterscheiden, beschreibt der Ratgeber Kassensystem und Kartenterminal verbinden.

Kassenanbindung am Terminal, was sie im Alltag bringt

Der größte Nutzen zeigt sich bei vielen Zahlungen am Tag. Ohne Anbindung erfasst das Personal den Betrag in der Kasse und tippt ihn ein zweites Mal ins Terminal. Ein Zahlendreher fällt oft erst beim Kassenabschluss auf, wenn Kartenumsatz laut Kasse und laut Terminal nicht zusammenpassen. Mit der Kassenanbindung arbeiten beide Geräte mit demselben Betrag, und die Kasse ordnet jede Zahlung automatisch der passenden Zahlart zu.

Besonders lohnt sich das im Einzelhandel, in Bäckereien und Supermärkten mit hoher Frequenz. In der Gastronomie hilft die Anbindung beim Teilen von Rechnungen und bei der sauberen Verbuchung von Trinkgeld per Karte.

Terminal mit ZVT-Anbindung finden

Vergleichen Sie Anbieter, deren Terminals sich an Ihre Kasse anbinden lassen, und sehen Sie die Gebühren für Ihren Umsatz im Preisrechner.

Kassenanbindung bei ausgewählten Anbietern

Die folgenden Angaben stammen aus unserer Anbieterdatenbank und von den Webseiten der Anbieter, Stand Oktober 2026, alphabetisch sortiert. Sie zeigen, wie unterschiedlich die Wege zur Kasse sind.

AnbieterKassenanbindung laut Anbieter
CCVEigene Terminals für Kasse und Automaten, unbediente Modelle laut Partnern mit MDB und ZVT
FiservZVT-Schnittstelle und Windows-Bibliothek SoftConnect per COM-Port, USB oder IP
POS PaymentJe nach Terminal ZVT, O.P.I. oder elPay, Anbindung an Partnerkassen
REA CardT8 und T9 mit ZVT und O.P.I., seriell oder per TCP/IP
SumUpCloud API für das Solo, eigene Kasse verfügbar
VertClover Flex mit ZVT-Anbindung an Kassen
ZahlungsWERKKassenanbindung, keine eigene Kasse

Diese Übersicht ersetzt nicht die Freigabeliste Ihres Kassenherstellers. Ob ein bestimmtes Terminalmodell mit Ihrer Kassenversion zusammenarbeitet, bestätigt nur der Kassenanbieter.

Worauf Sie bei der Auswahl achten

Dass Terminal und Kasse beide ZVT beherrschen, heißt noch nicht, dass jede Funktion zusammenspielt. Die Spezifikation ist umfangreich, und jeder Hersteller setzt nur einen Teil davon um. Planen Sie die Anbindung deshalb gemeinsam mit Kassen- und Zahlungsanbieter und lassen Sie sich die Kompatibilität schriftlich bestätigen.

Der letzte Punkt wird oft unterschätzt. Wer auf ZVT setzt, kann bei einem Wechsel des Zahlungsanbieters meist die Kasse behalten. Bei einer reinen Cloud-Schnittstelle hängt das davon ab, ob die Kasse auch den neuen Anbieter unterstützt.

ZVT, TSE und Kassenrecht

Die Pflicht zur zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung nach Paragraf 146a Abgabenordnung betrifft die elektronische Kasse, nicht das Kartenterminal. Daran ändert auch die ZVT-Anbindung nichts. Die Kasse signiert den Bon mit der Kartenzahlung über ihre TSE, das Terminal liefert lediglich die Zahlungsdaten.

Für den Datenexport an das Finanzamt nach der Kassen-Schnittstelle DSFinV-K unterscheidet die Kasse unter anderem die Zahlarten EC-Karte, Kreditkarte und elektronischer Zahlungsdienstleister. Weil das Terminal per ZVT den Kartentyp zurückmeldet, kann die Kasse jede Zahlung korrekt zuordnen. Fragen zur Kassenführung und Archivierung klären Sie im Zweifel mit Ihrer Steuerberatung. Hinweise zur Verbuchung gibt der Beitrag zur Kartenzahlung in der Buchhaltung.

Häufige Fragen

Die ZVT-Schnittstelle ist ein herstellerunabhängiges Protokoll zwischen Kasse und Kartenterminal. Die Kasse übergibt den Betrag und erhält Ergebnis, Kartentyp und Belegdaten zurück, sodass niemand den Betrag doppelt eintippen muss.

Die Spezifikation stellt der Verband der Terminalhersteller in Deutschland mit Sitz in Weilburg kostenlos zum Download bereit. Aktuell ist im Oktober 2026 die Revision 13.13 vom 17. Juni 2025.

O.P.I. steht für Open Payment Initiative und ist ein XML-basiertes Protokoll zwischen Kasse und Terminal, das 2003 von Wincor Nixdorf gestartet wurde. Es ist vor allem in größeren Handelsketten und an Tankstellen verbreitet, viele Terminals beherrschen ZVT und O.P.I. parallel.

Nein, ein Terminal funktioniert auch eigenständig. Die Anbindung spart aber doppelte Eingaben, verhindert Tippfehler und erleichtert den Kassenabschluss, was sich besonders bei vielen Zahlungen am Tag auszahlt.

Häufig ist im Terminal der Port 20007 voreingestellt, so nennt es etwa REA Card in der Anleitung für T8 und T9. Maßgeblich ist der Wert, den Kassen- und Terminalhersteller vorgeben, er muss in beiden Geräten identisch eingetragen sein.

Das hängt vom Kassenanbieter ab. Manche berechnen die Einrichtung oder eine Lizenz für die Schnittstelle, bei anderen ist sie im Kassenpaket enthalten. Klären Sie das vor dem Kauf.

Nicht automatisch. Die Kasse muss das konkrete Modell und die benötigten Funktionen unterstützen. Fragen Sie Ihren Kassenhersteller nach der Liste getesteter Terminals.

Nein, die TSE-Pflicht nach Paragraf 146a Abgabenordnung gilt für die elektronische Kasse. Das Terminal liefert nur die Zahlungsdaten, die Kasse signiert den Bon.

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